„Mein Rat: Durchhalten und kämpfen“

Thomas Schmeling zieht Bilanz zu seiner zehnjährigen Zeit als WFV-Vorstand

image_pdfimage_print

cache_1196830Er kam zu seinem Amt, wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kinde: Als Thomas Schmeling 2005 den Wirtschaftsförderungsverband der Stadt Wasserburg (WFV) als Vorsitzender übernahm, standen die Zeichen auf Sturm. Sein Vorgänger hatte die Arbeit hingeschmissen, ein Nachfolger war zunächst nicht in Sicht. Und dann kam man auf den Wasserburger Anwalt. Er sollte die neue Gallionsfigur werden. Schmeling führte den WFV zunächst kommissarisch. Zehn Jahre ist das jetzt her – eine lange Zeit, in der viele Klippen für den größten Wirtschaftsverband der Stadt zu umschiffen waren. Die Bilanz des Ersten Vorsitzenden, der vor kurzem sein Amt in jüngere Hände gelegt hat …

„Rückblickend muss man eines sagen: Auch wenn wir vom Christkindlmarkt bis zum Frühlingsfest vieles für die Stadt leisten – wir werden das Gefühl nicht los, dass wir nicht geliebt, sondern allenfalls gelitten werden. Das war schon immer so und das wird wohl auch immer so bleiben.“ Dennoch falle seine Bilanz nicht negativ aus. Ganz im Gegenteil: „Wir haben in den letzten zehn Jahren eine tolle Arbeit geleistet.“ Das Frühlingsfest und die Wasserburg-Gutscheine seien eine absolute Erfolgsgeschichte, der Christkindlmarkt und die musikalischen Samstage aus der Stadt nicht wegzudenken. „Es ist schon beeindruckend, was unsere Vorstandschaft da Jahr für Jahr ehrenamtlich organisiert und auf die Beine stellt.“ Der WFV leiste einen wichtigen Beitrag dafür, dass es in Wasserburg keine toten Schaufenster gebe.

Das Erfreulichste in den vergangenen zehn Jahren sei die enge und teils freundschaftliche Zusammenarbeit in der Vorstandschaft des WFV gewesen. „Ich habe da viele junge, engagierte Leute erlebt, die mit Ideen und Herzblut für ihre Stadt gearbeitet haben.“ Leider sei das von der breiten Masse der Mitglieder eher weniger honoriert worden. „Da gab es manchmal nur Kritik und wenig Hilfestellung.“

Kritisch seien die Jahre gewesen, in denen der Werbeausschuss, das Gremium für die Außendarstellung des WFV, auseinander gefallen sei. „Da hatte sich ein Eigenleben etabliert, das sich von der eigentlichen Vorstandschaft mehr und mehr entfernte.“ Jetzt sei dieser Ausschuss aber wieder mit Leben erfüllt.

Spannend sei auch die Zeit gewesen, in der man in Wasserburg über einen Stadtmanager diskutiert habe. „Das ist dann letztlich aber am Geld gescheitert. Ich glaube, das Modell Stadtmanager ist heute auch überholt.“ Außerdem sei das Stadtmanagement nicht originäre Aufgabe des WFV: „Wir sind für die Gewerbetreibenden und die Selbstständigen da.“

Für den 71-Jährigen beginnt jetzt nach seinem Ausscheiden aus der WFV-Vorstandschaft („ich wollte das in jüngere Hände geben“) allerdings keine viel ruhigere Zeit. Nach wie vor ist Schmeling, der vor 40 Jahren nach Wasserburg kam, voll und ganz in seiner Kanzlei eingespannt. „Und wenn dann noch Zeit bleibt, gehe ich gerne Skifahren oder im Sommer auf den Golfplatz.“

Für die neue WFV-Vorstandschaft um Moritz Hasselt hat Schmeling nur einen Rat parat: „Durchhalten und kämpfen. Die Arbeit im WFV ist nicht immer ganz dankbar, aber sie kann sehr erfüllend sein.“ HC

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Thomas Schmeling beim Anzapfen zu einer Bierprobe für das Frühlingsfest.

 

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