Ehrung zum Schutz vor dem Aussterben

Von 25 Fledermaus-Arten in Bayern kommen 20 im Landkreis vor - Bürger ausgezeichnet

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fledermaus 1Unser Foto zeigt die Kirche St. Peter in Soyen, auch dort gibt es Fledermäuse. Und damit die mindestens 100 Fledermäuse im Gebäude der Mittelschule Wasserburg trotz Sanierung bleiben können, bauten die Schüler im Werkunterricht Fledermauskästen, die in den umliegenden Bäumen aufgehängt wurden: Die faszinierenden Tiere besiedeln Dachböden oder wohnen in Spalten, hinter Fassadenverkleidungen oder in Kellern. Der Landkreis Rosenheim ehrte jetzt Bürger, die den sehr seltenen und gefährdeten Arten ein dauerhaftes Zuhause zur Verfügung stellen.

Die stellvertretende Landrätin Alexandra Burgmaier überreichte auf Schloss Hartmannsberg Urkunden sowie die Plakette „Fledermäuse willkommen“.

Das ist ein herzliches Dankeschön, weil sie sich auf unterschiedliche Weise vorbildlich für den Schutz von Fledermäusen einsetzen“, sagte Burgmaier. Lob gab es auch von der Leiterin der Umweltabteilung im Rosenheimer Landratsamt, Dr. Ute Schinner-Stör: Sie helfen Fledermäusen zu überleben und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz.“

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Unser Foto: Auch im Königsschloss auf Herrenchiemsee haben Fledermäuse ein Quartier gefunden. Die stellvertretende Landrätin Alexandra Burgmaier überreichte dem Vorstand der Schloss- und Gartenverwaltung Josef Austermayer und Gartenmeister Jakob Nein Urkunde und Plakette.

Dr. Andreas Zahn von der Koordinationsstelle für Fledermausschutz in Südbayern stellte sie als die einzig perfekt fliegenden Säugetiere vor. Fledermäuse können über 30 Jahre alt werden und weltweit gibt es über 1.100 Arten. Darunter sind drei Vampirarten, die ausschließlich in Mittel- und Südamerika vorkommen. Die Fledermäuse in Europa fressen Insekten. Mit Hilfe ihrer Ultraschall-Echoortung finden sie sich auch in absoluter Dunkelheit zurecht.

Von den 25 Fledermaus-Arten in Bayern kommen 20 auch im Landkreis Rosenheim vor. Laut Kornelia Walter von der Unteren Naturschutzbehörde im Rosenheimer Landratsamt stehen fast alle auf der roten Liste, das heißt, sie sind gefährdet oder sogar stark gefährdet.

Aus diesem Grund sind auch alle Fledermäuse durch das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Die Situation der einzelnen Arten stellt sich im Landkreis völlig unterschiedlich dar. Vom Mausohr beispielsweise sind ein knappes Dutzend Kolonien mit seit Jahren konstant 5.000 bis 6.000 Tieren nachgewiesen. Im Unterschied dazu galt die Alpenfledermaus als ausgestorben. Galt deshalb, weil am Chiemsee die Laute der Alpenfledermaus gehört wurden.

Die Plakette „Fledermäuse willkommen“ wurde an die Eigentümer von zehn Privathäusern überreicht. Zudem erhielten sie sieben Pfarrverbände und Pfarreien, welche Fledermäuse in Dachstühle und Türme von Kirchen lassen. So gibt es Quartiere in St. Peter am Petersberg, St. Margarethen in Brannenburg, St. Peter in Soyen, St. Jakob in Wasserburg, St. Vitus in Zaisering sowie im Kloster Beyharting.

Auch bei der Sanierung der Schlossbrauerei Maxlrain wurde wegen der Fledermäuse besonders sensibel vorgegangen. Gleiches gilt für die Sanierung im Alten Schloss auf der Herreninsel, dem heutigen Augustiner Chorherrenstift. Die Herreninsel ist ohnehin ein kleines Paradies für Fledermäuse, auch deshalb weil sich die Schlösser- und Seenverwaltung sehr engagiert. Im Neuen Schloss Herrenchiemsee gibt es eine eigene Fledermausausstellung und Gartenmeister Jakob Nein organisiert regelmäßig Fledermausführungen.

Das ehemalige Trafohaus an der Kreuzstraße bei Bad Feilnbach wurde von der Wildland-Stiftung und Vertretern des Jagdverbands Kreisgruppe Bad Aibling zu einem Fledermaushotel umgestaltet.

Abschließend ehrte die stellvertretende Landrätin Burgmaier noch ehrenamtliche Helfer, die verletzte Fledermäuse pflegen, sowie die Naturschutzwacht im Landkreis Rosenheim, die vor allem bei der Sanierung von historischen Gebäuden auf den Schutz der Fledermäuse achten.

 

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