Die Senioren sollen nicht zu kurz kommen

Peter Rummel aus Soyen für Einrichtung eigener Sprechstunden in den Rathäusern

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OLYMPUS DIGITAL CAMERAMehr Service für Senioren! Der Landkreis Rosenheim wird das vor vier Jahren schon vom Rosenheimer Kreistag gebilligte Seniorenpolitische Gesamtkonzept im kommenden Jahr auf den Prüfstand stellen. Auch wenn das Thema Asyl viele Ressourcen binde, die Senioren- und Behindertenarbeit sei sehr wichtig, sagte Landrat Wolfgang Berthaler jetzt beim Treffen der Seniorenbeauftragten aller Gemeinden und der Bürgermeister. Man werde das Augenmerk auch auf unsere Leute richten, versicherte der Landrat.

Ähnlich äußerte sich die Seniorenbeauftragte des Landkreises Silvia Stock. Sie meinte: „Den demografischen Wandel und die Bedürfnisse der Senioren gibt es trotzdem.“

Stock berichtete aus den verschiedenen Arbeitskreisen. In „Wohnen und Leben“ will sie den Schwerpunkt auf die Wohnberatung legen. Wohnberater in den Gemeinden sollen mit dazu beitragen, dass Senioren möglichst lange in ihren Wohnungen bleiben können. „Dazu brauchen wir Menschen, die sich ausbilden lassen“, sagte Silvia Stock. Sie schlug den Besuch eines Wochenendseminars vor. „Dann können wir loslegen“, so die Seniorenbeauftragte des Landkreises.

Im Arbeitskreis „Bildung“ liegt der Schwerpunkt darin, das Amt der Seniorenbeauftragten den Veränderungen anzupassen. Das Amt ist bedeutender und politischer geworden, sagte Stock, daher braucht es auch mehr Kompetenzen. Alle zwei Monate will sie Fortbildungen anbieten, die nächste Ende November mit einem Vortrag zum Thema Demenz.

Der Seniorenbeauftragte der Gemeinde Soyen, Peter Rummel, schlug seinen Kolleginnen und Kollegen vor, Seniorensprechstunden in den Rathäusern einzurichten. Das hätte, seiner Meinung nach, auch Vorteile für die Gemeindeverwaltungen, weil die Fragen der Senioren nicht mehr an die Verwaltung, sondern an den Beauftragten gestellt werden.

Die Unterstützung der Seniorenbeauftragten der Gemeinden, aber auch der Bürgermeister wird der Sozialplaner des Landkreises, Jürgen Laupheimer, in Anspruch nehmen. Sie werden im Zuge der Überprüfung des Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts einen Fragebogen erhalten: „Wir wollen schauen, ob wir auf dem richtigen Weg sind und ob wir noch die richtigen Ziele haben, meinte Laupheimer zur Begründung. Auch andere im Seniorenbereich bedeutsame Einrichtungen und Institutionen wie die Wohlfahrtsverbände oder die Pflegekassen werden befragt. Die Überprüfung, neudeutsch Evaluierung, ist notwendig, damit das Seniorenpolitische Gesamtkonzept für den Landkreis Rosenheim ein dauerhaftes, nachhaltiges und zukunftsträchtiges Projekt bleibt.“

Abschließend gab die Seniorenbeauftragte des Landkreises noch einen Ausblick auf das kommende Jahr. So soll den Senioren eine Notfallmappe zur Verfügung gestellt werden. Sie soll neben einer Patienten- und Betreuungsverfügung auch medizinische Daten und Hinweise auf Allergien enthalten. Sie soll immer neben dem Telefon liegen und wenn Senioren ins Krankenhaus müssen, mitgenommen werden.

Zudem will Stock einen Newsletter für die Seniorenbeauftragten einrichten und zwei weitere Arbeitskreise zu den Themen „Gesundheit“ und „Mobilität“ angehen. Hier entwickelte sich eine lebhafte Debatte, die zeigte, dass es in etlichen Gemeinden bereits Angebote zur Mobilität gibt.

So können in Halfing Senioren telefonisch eine Fahrt buchen, einen festen Fahrplan gibt es nicht. Raubling und Bad Aibling geben einen Zuschuss, wenn Senioren das Taxi nutzen. In Aschau fährt zwei Mal pro Woche ein Seniorenbus und in Kolbermoor kostet die Fahrt mit dem Stadtbus einen Euro.

In Höslwang bildete sich in diesem Sommer ein Helferkreis. Unter dem Motto „Höslwanger helfen Höslwangern“ bieten 20 Frauen Hilfen im Alltag an. Und in Prutting freut man sich, weil der wöchentliche Treff für Alleinstehende, Menschen mit Demenz und Menschen mit Behinderungen sehr gut angenommen wird.

 

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