„6,30 Meter sind die falsche Lösung“

Münchener Straße: Gut besuchte Info-Veranstaltung der Bürgerinitiative in Haag

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Bild-Hofgarten1Im gut gefüllten Nebenzimmer des Gasthauses Hofgarten fand dieser Tage bereits die dritte Info-Veranstaltung der Bürgerinitiative „Der bessere Weg für Haag“ zum Umbau der Münchener Straße statt. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens stellten zunächst die zur Abstimmung stehenden beiden Varianten vor und erklärten danach detailliert die jeweiligen Unterschiede. Im Anschluss beantworteten sie eine Reihe Fragen interessierter Bürger. Die nächste und letzte Gelegenheit dazu haben die Bürger am morgigen Freitag in Grandls Hofcafe (19 Uhr im Stadl).

Zu Beginn führte der Moderator Josef Sax aus, wie es zum Bürgerentscheid gekommen sei und welche Aktionen die Initiative bereits durchgeführt hat. Leider könne sich die Haager Bevölkerung kein reales Bild der Planungsoptionen machen, weil die Gemeinde einen Probebetrieb abgelehnt habe. Deshalb müsse man mit der folgenden Präsentation Vorlieb nehmen.

Durch diese führte Andreas Sax und zeigte, wie sich sowohl die Gemeindeplanung, als auch der Vorschlag des Bürgerbegehrens in der Praxis umsetzen lassen. Ein akutelles Sicherheitsgutachten zu beiden Planungsvarianten mache deutlich, dass die Planung der Gemeinde massive Mängel aufweise. So könnten die Gehwege fast nirgends für Radfahrer frei gegeben werden, weil die vorgeschriebenen Sicherheitstrennstreifen schlicht fehlen und mangels Platz auch nicht umgesetzt werden könnten. Auch die 6,30 Meter breite Fahrbahn sei die falsche Lösung, und werde als „problematisch“ und „gefährlich“ bezeichnet.

Der Lösungsvorschlag der Initiative sei dagegen auf dem neuesten Stand der Technik und habe sich bereits vielerorts bewährt. Eine Reihe von Verbänden spricht sich ebenso für Schutzstreifen, also für das Modell der Bürgerinitiative, aus. Das Radfahren auf der Fahrbahn im geschützten Bereich hat sich aufgrund besserer Sichtbeziehungen als die sichere herausgestellt. Auch das Gutachten kommt zum Fazit, dass für die Haager Verhältnisse „die Lösung mit Schutzstreifen die deutlich zu bevorzugende“ ist.

In den anschließenden Fragen wurden von den Besuchern weitere Kritikpunkte an der Gemeindeplanung angesprochen, wie der fehlende Platz für eine Rettungsgasse oder den winterlichen Schnee. Einige Bürger befürchteten auch eine Verlagerung des Verkehrs in die angrenzenden Wohngebiete, wenn sich der Verkehr auf der Münchener Straße stauen sollte. All diese Probleme entstünden bei einem Erfolg des Bürgermodells nicht.

Am Ende baten die Initiatoren die Gäste eindringlich, ihre Möglichkeit zur direkten Demokratie zu nutzen und am 8. November zur Abstimmung zu gehen. Nur mit ausreichend vielen „Ja“-Stimmen könne der bessere Weg für Haag gebaut werden. „Nein“ und Nichtwähler unterstützten hingegen die bisherige Planung.

 

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Ein Gedanke zu „„6,30 Meter sind die falsche Lösung“

  1. Auf Nachfrage bestätigte der Gutachter, Herr Gündel, daß die angeführten Sicherheitstrennstreifen bei der Freigabe von Gehwegen für Radverkehr nicht „vorgeschrieben“, sondern als sinnvolle, zusätzliche Sicherheitsabstände zu parkenden Autos, zu Gebäuden aber auch zum fließenden Verkehr „empfohlen“ sind.
    An der Einschätzung der Gesamtsituation, bzw. seinem Fazit ändert sich deshalb nichts: der Vorschlag des Bürgerbegehrens ist und bleibt: „der deutlich zu bevorzugende“.

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