Schwere Aufgaben für Rumpfkader

EHC Waldkraiburg muss beim Meisterschaftsfavoriten in Memmingen antreten

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ehcbAm Freitag muss der dezimierte Trupp des EHC Waldkraiburg beim Meisterschaftsfavoriten ECDC Memmingen antreten (Beginn: 20 Uhr). Schon vor der Saison war klar, dass dieses Spiel ein schwerer Brocken für die „Löwen“ werden würde. Dass dies allerdings auch für die Begegnung mit dem EV Moosburg gelten würde, hatten dagegen die wenigsten Experten erwartet- doch siehe da: Am Sonntag kommt mit dem EVM der aktuelle Tabellenführer und DAS Überraschungsteam in die Industriestadt (Beginn: 17.15 Uhr).

Nach einem durchwachsenen Saisonstart liegen die „Indians“ aus Memmingen nach drei absolvierten Spielen derzeit zwar „nur“ auf dem siebten Tabellenplatz, doch gerade nach der letzten Partie auf eigenem Eis gegen Rivale Landsberg (3:4 nach Verlängerung) kündigte Trainer Alexander Wedl wie man hört eine anstrengende Trainingswoche an. Der letztjährige Halbfinalist wird am Freitag also nicht nur fit und bereit, sondern auch hochmotiviert sein- schließlich will man den Zuschauern, die nach wie vor in großen Mengen an den Hühnerberg kommen, etwas bieten.

Der Kader der „Indians“ ist in jedem Fall eine Klasse für sich und zählt nicht zu Unrecht zu den heißesten Anwärtern auf den Titel in dieser Spielzeit: Sieben Neue sind nach Memmingen gekommen, darunter Hochkaräter wie Petr Sikora aus Sonthofen, der Finne Ville Eskelinen, Buchloes zweitbester Scorer Patrick Weigant und nicht zuletzt der langjährige Nationalspieler Jan Benda aus Deggendorf. Sie gesellten sich in ein Team, dass mit Anti-Jussi Miettinen bereits eine „nimmermüden“ Scorer – im Vorjahr 58 Punkte in 37 Spielen- viel Erfahrung hat und eingespielt ist.

Zwar lief in den bisherigen Spielen, dem 5:3 gegen Pegnitz, dem 4:5 nach Verlängerung in Peißenberg und die angesprochene Niederlage gegen Landsberg, noch nicht alles wie gewünscht- doch wenn die Memminger ihre Qualität aufs Eis bringen, sind sie wohl von keinem Team der Liga zu stoppen. „Das ist eine ganz erfahrene Mannschaft und mit den Transfers haben sie nochmals Qualität dazu bekommen. Gerade zuhause, mit den vielen Zuschauern im Rücken ist es sehr schwer zu bestehen“ weiß auch EHC-Coach Rainer Zerwesz.

Am Sonntag kommt mit dem EV Moosburg dann die Überraschungsmannschaft schlechthin nach Waldkraiburg. Im Vorjahr eigentlich abgestiegen und nur dank des Rückzugs des EHC 80 Nürnberg in der Bayernliga verblieben, mischen die Spieler von Trainer Petr Kankovsky derzeit die Liga auf. 7:1 gegen Pfaffenhofen, 3:2 gegen Geretsried, 8:1 in Buchloe und 4:3 gegen Pegnitz.

„Dieses Team ist nicht zu vergleichen mit dem Moosburg der letzten Saison. Sie haben erfahrene Spieler dazu geholt, ihr Ausländer ist richtig gefährlich und sie stehen nicht umsonst da oben an Platz 1 der Tabelle“, analysierte Zerwesz den Gegner. Die Dreirosenstädter haben neben Dorfen als einziges Team noch eine weiße Weste in dieser Saison und werden sich auch Sonntag in der Industriestadt keine Blöße geben wollen.

Mit dem 25-Jährigen Lukas Varecha haben sich die Moosburger tatsächlich einen Top-Kontingentspieler geangelt, der in vier Spielen schon vier Treffer und drei Vorlagen verbuchen konnte und der ausgeruht zu den „Löwen“ kommen wird: Zuletzt kassierte der Stürmer nämlich eine Spieldauerstrafe und wird beim Heimspiel des EVM am Freitag gegen Meister Lindau nur auf der Tribüne Platz nehmen dürfen. Doch ist den Moosburger, die auf der Euphoriewelle reitend natürlich mächtig Selbstvertrauen haben, auch ohne den Tschechen etwas zuzutrauen gegen Lindau- und gegen Waldkraiburg sowieso.

Beim EHC hat sich die Personalsituation nämlich nicht wirklich verbessert: „Die Situation ist wirklich besch… aber es hilft ja nix. Damit müssen wir jetzt umgehen“ fand auch Zerwesz drastische Worte für die Lage. Am Wochenende werden laut dem 46-Jährigen sicherlich Kontingentspieler Jakub Marek, Michael Trox, Daniel Hämmerle und Martin Führmann fehlen- und wenn man die derzeitige Misere bedenkt, kann man noch nicht sagen, was in dieser Woche eventuell noch passiert. Martin Hagemeister wird zwar versuchen, sein Comeback zu geben, doch wird sich zeigen, ob er schon wieder bei voller Leistungsstärke ist.

Bedingungsloser Rückhalt durch die Fans auf den Tribünen muss damit am Sonntag im Heimspiel an erster Stelle stehen. Die „Löwen“ sind nicht nur angeschlagen, sie gehen am Stock- mit den Fans kann man vielleicht wieder aufrechter laufen.    MG

 

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