Der Inn als Wasserstraße und Energiequelle

Am kommenden Sonntag: Kreismuseum Mühldorf eröffnet Ausstellung zur Innschifffahrt

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Inn von ObenAm kommenden Sonntag eröffnet das Kreismuseum Mühldorf den – unter Leitung von Dr. Susanne Abel – neu gestalteten Ausstellungsraum zur Innschifffahrt, der um aktuelle Themen erweitert wurde. Katrin Pöschl, Studentin der Kunstgeschichte aus Ampfing, hat im Rahmen eines Praktikums die Ausstellungseinheit überarbeitet und den Objektbestand des Kreismuseums mit Hintergrundinformationen versehen. So finden sich in der Ausstellung Informationen zum Inn als Energielieferant, als wichtiger Naherholungsraum und als Nahrungsquelle.

 

 

Bauoberrat Michael von Berg, Abteilungsleiter vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim, stellt bei der Führung das Projekt „Neue Freiheit für den Inn“ vor. Er erläutert die wichtigsten Renaturierungsmaßnahmen, mit denen der Flussabschnitt zwischen Jettenbach und Töging in einen möglichst naturnahen Zustand zurück versetzt wird.

 

Briefkopf-Riedl Innschifffahrt

Bis in die 1870er-Jahre war der Inn eine vielbefahrene Wasserstraße, die zur wirtschaftlichen Prosperität Mühldorfs und anderer Städte am Fluss entscheidend beigetragen hat. Mächtige Schiffszüge, schwer beladen mit Handelsgütern, wurden stromaufwärts gezogen und schwammen flussabwärts. Die Innschifffahrt war ein einträglicher Wirtschaftszweig, aber auch ein extrem hartes und gefahrvolles Unternehmen. Brauchtum und Glaube der Schiffsleute haben das Leben im Inntal über Jahrhunderte hinweg nachhaltig geprägt.

 

Die Tradition der Innschiffer wird bis heute von der „St. Nikolai-Schiffleutbruderschaft Wasserburg e. V.“ gepflegt. Deren langjähriger Vorsitzender und jetziger Ehrenvorsitzender Herbert Rödig erklärt den Besuchern der Ausstellung, wie das Treideln eines Inn-Schiffszuges funktioniert. Als ehemaliger Flussmeister des Wasserwirtschaftsamts Rosenheim kennt Herbert Rödig „seinen“ Inn in- und auswendig und berichtet daher aus eigener Erfahrung. Die Wasserburger Schiffleutbruderschaft hat eine ihrer Treidel-Fahrten im Film dokumentieren lassen. Ausschnitte aus dem Film sind am 11. Oktober im Kreismuseum zu sehen.

 

Innkraftwerk ToegingInformationen zur Fischerei im Inn steuert der Bezirksfischereiverein Mühldorf-Altötting e. V. bei. Vorsitzender Dr. Manfred Holzner zeigt anhand gespendeter Fische die Vielfalt des Unterwasserlebens im Fluss. Während heute vor allem Hobbyfischer am Inn auf reichen Fang warten, war bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Fisch aus dem Fluss eine wichtige Nahrungsquelle. Seit dem Bau des Inn-Kanals dient ein Großteil des Flusswassers der Stromerzeugung. Nachdem es die Turbinen angetrieben hat, gelangt das Wasser von Inn-Kanal wieder in den Inn. Das 1924 fertig gestellte Kraftwerk am Ende des Innkanals in Töging (Foto) trägt zur verlässlichen Versorgung des Landkreises Mühldorf mit sauberem und leistbarerem Strom bei. Die VERBUND-Innkraftwerke GmbH plant derzeit die Erneuerung des Wasserkraftwerks Töging. Nach Fertigstellung soll es Strom aus Wasserkraft für rund 200.000 Haushalte erzeugen. Werksgruppenleiter Klaus Schöler von der VERBUND-Innkraftwerke GmbH wird die Planung vorstellen.

 

ModellSchiffszug

Die Ausstellung im Kreismuseum schlägt damit den Bogen von der historischen zur aktuellen und zukünftigen Nutzung des Inns. Der Eintritt zur Eröffnung ist frei. Um Anmeldung unter 08631/2351 oder info@kreismuseum-muehldorf.de bis zum 8. Oktober wird gebeten.

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