„Das Fahrrad gehört auf die Straße“

Adfc Mühldorf besichtigt Münchener Straße - „Schutzstreifen in Haag sinnvoll“

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Bild-Besuch-AdfcDer frühere Polizist Rudi Gassenhuber (Foto rechts) und Vinzenz Gantenhammer (Foto links) vom Kreisverband des Allgemeinen deutschen Fahrradclubs Mühldorf (Adfc) waren gestern, am Donnerstag, in Haag zu Besuch. Beide waren als Verkehrsexperten ihrer  Organisation bereits an zahlreichen Projekten im Landkreis beteiligt. Mit Vertretern des Aktionsbündnisses „der bessere Weg für Haag“ radelten sie die Münchener Straße ab und diskutierten mit Ihnen die Planungsvarianten.

An der bisherigen Planung kritisierten sie vor allem die geplante Freigabe der Gehwege für den Radverkehr. Bei den vielen Grundstückszufahrten sieht Gassenhuber großes Gefahrenpotential: „Die Sichtbeziehungen zwischen Radlern und einbiegenden Pkws sind an mehreren Stellen so schlecht, dass man da eine Beschilderung „Radfahrer frei“ auf keinen Fall befürworten kann.“

Das Fahrrad sei ein Fahrzeug und gehöre auf die Fahrbahn, erläutert Gantenhammer die Position des Adfc. „Vor allem in separaten Streifen sind die Radler dort sicherer, weil sie von den Autos besser wahrgenommen werden.“ Mit der Freigabe der Gehwege löse man keine Probleme, sondern erzeuge neue. „Ohne Not werden so Konflikte mit den Fußgängern geboren, die von vornherein vermeidbar gewesen wären, weil die wenigsten Radler die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit einhalten. Mit 6 km/h fällt man ja um.“

Die optische Verengung durch die Schutzstreifen und die fehlende Mittellinie, sollen die Autofahrer aufmerksamer machen und gleichzeitig eine Dämpfung der Geschwindigkeit bewirken. Ein weiteres Plus sei die Ordnung des Verkehrs, wie Gassenhuber ausführt: „Schutzstreifen verhindern durch die klare Führung das besonders riskante „Geisterradeln“ auf den linken Gehwegen und geben jedem Verkehrsteilnehmer einen eigenen geschützten Raum.“

Für ein Haager Gesamtkonzept seien die Streifen auch deshalb der bessere Weg, weil in der Mühldorfer Straße und der Wasserburger Straße, neben den anderen Aspekten, vor allem das starke Gefälle eindeutig gegen eine Freigabe der Gehwege spreche. Das Resume der Adfc-ler zur Haager Situation fällt eindeutig zugunsten der Bürgerinitiative „der bessere Weg für Haag“ aus.

„Wenn eine Lösung funktionieren soll, muss sie verständlich, einheitlich und durchgängig sein. Eine hohe Akzeptanz bedeutet hohe Sicherheit.“

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Ein Gedanke zu „„Das Fahrrad gehört auf die Straße“

  1. Für die Fahrradfahrer und Fußgänger in Haag muss viel mehr Platz geschaffen werden, insbesondere in der Münchner Straße, Hauptstraße und Wasserburger Straße. Der motorisierte Verkehr muss verlangsamt werden, damit Fußgänger und Fahrradfahrer sicher sind. Da braucht es ein Gesamtkonzept. Damit kann das schöne Ortszentrum in Haag noch viel attraktiver werden.

    Auf folgende Links möchte ich noch verweisen:
    http://criticalmass-berlin.org/the-human-scale-stadte-fur-menschen

    http://www.heute.de/experten-fordern-mehr-platz-fuer-radfahrer-in-staedten-ausbau-der-infrastruktur-40096484.html

    http://www.zeit.de/2007/38/Interv_-Knoflacher

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