Die Möglichkeit, Leben zu retten

Zwei Männer berichten von ihrer Stammzellenspende - Typisierungsaktion des FC Grünthal

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K Heinz Wagner Leukaemie„Helfen macht Freude“, da sind sich Martin Meier aus Töging und Markus Eder aus Ampfing einig. Beide haben jeweils bereits zwei Menschen mit einer Stammzellenspende die Chance auf ein neues Leben gegeben. Beide erzählen der Haager Stimme im Interview, warum es für sie selbstverständlich war, zur Typisierung zu gehen und wie sehr sie sich gefreut haben, als passende Spender helfen zu können. Und beide rufen die Menschen dazu auf, bei der Typisierungsaktion für Heinz Wagner (Foto) in Unterreit teilzunehmen…

Martin Meier aus Töging war 19 Jahre alt, als er sich bei einer Typisierungsaktion in Mühldorf in der Knochenmarkspenderdatei registrieren ließ. Die Aktion wurde 1999 für ein krankes Kind organisiert, für den heute 35-Jährigen war sofort klar, da helfen zu wollen. „Meine Mutter war damals auch schon typisiert. Wir haben da ein bisschen darüber geredet und damit hab ich dann auch gewusst, worauf ich mich einlasse. Über eine eventuelle Spende hab ich mir damals eigentlich noch keine Gedanken gemacht“, erzählt Martin Meier gegenüber der Haager Stimme.

2004 kam dann der Anruf. Martin Meier sei in die „engere Auswahl“ gekommen – Der Töginger erzählt das, als hätte er einen Wettbewerb gewonnen – die Freude war dementsprechend groß. „Ich hab mich damals schon stolz gefühlt und war dann letztendlich auch sehr froh, dass ich genommen worden bin. Ich hab auch gar nicht an eventuelle Schmerzen gedacht, ich hab mich einfach nur gefreut, dass ich jemandem helfen kann.“

16 Kilometer westlich, in Ampfing, lebt Markus Eder. Er berichtet ganz ähnlich von seiner Typisierung, der Knochenmarkspende im Oktober 2006 und der Stammzellenspende 2012. „Ich bin bei der Feuerwehr. Da arbeitet man oft sehr schnell und hart, um ein Leben retten zu können. Dagegen ist so eine Spende wirklich eine einfache Möglichkeit. Du kannst jemandem helfen und ein Leben retten, was gibt es denn schöneres?“, so der 48-Jährige.

Beide haben mit ihren Spenden bereits zwei Menschen eine Chance auf ein neues Leben gegeben. Und beide möchten den Menschen die Angst vor der Typisierung oder einer Spende nehmen. „Die Stammzellenspende war nicht schmerzhaft. Das ist ein bisschen, wie beim Blutspenden, nur dass es eben länger dauert. Nebenher kann man DVD schauen oder schlafen. Man geht dabei prinzipiell auch kein Risiko ein. Außerdem wird man ja immer von Ärzten überwacht“, erzählt Martin Meier aus Töging. Die Knochenmarkspende wird mit einer Vollnarkose durchgeführt.

„Man muss sich immer im Hinterkopf behalten, was der Empfänger gerade durchmacht – und auch seine Familie und Angehörigen“, sagt der 35-Jährige. Ein solcher potentieller Empfänger ist Heinz Wagner aus Kochöd in Unterreit. Anfang dieses Jahres erhiehlt er die schreckliche Diagnose Leukämie. Heinz benötigt dringend eine Stammzellentherapie und dafür organisiert der FC Grünthal eine Typisierungsaktion am Samstag, 19. September. Von 11 bis 16 Uhr kann man sich in Unterreit in der Knochenmarkspenderdatei registrieren lassen.

Markus Eder und Martin Meier haben bereits gespendet und würden es beide jeder Zeit wieder tun. „Die Spende könnte viel schlimmer und schmerzhafter sein und ich würde es trotzdem machen. Wenn das die Möglichkeit ist, ein Leben zu retten!“, sagt Markus Eder.

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