Freiheitsberaubung im Kinderheim?

Au am Inn: Staatsanwaltschaft ermittelt - Heimleitung weist Vorwürfe zurück

image_pdfimage_print

Haus Maria Au am InnWurden Kinder mit Behinderung im „Haus Maria“ einfach weggesperrt? Das ist der Vorwurf, der heute am Freitag gegen das Kinderheim in Au am Inn laut wurde. Die Staatsanwaltschaft Traunstein ermittelt gegen Mitarbeiter der geschlossenen Gruppe des Heims. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, hat offenbar ein ehemaliger Mitarbeiter Anzeige gegen die Einrichtung erstattet. Das soll seit 2012 aber schon mehrmals vorgekommen sein, bestätigt uns die Staatsanwaltschaft und auch die Heimleitung – die Anzeige sei dabei jeweils von der selben Person ausgegangen.

Bisher seien die Verfahren aber immer wieder eingestellt worden, heißt es.

Vor wenigen Wochen nun wurde wieder Anzeige gegen das Kinderheim erstattet und die Staatsanwaltschaft Traunstein hat die Ermittlungen ein weiteres Mal aufgenommen.

„Gegenstand der Ermittlungen ist der Tatvorwurf der Freiheitsberaubung zum Nachteil der in den geschlossenen Stationen untergebrachten Kinder und Jugendlichen“, so Oberstaatsanwalt Volker Ziegler heute gegenüber der Haager Stimme. 

Grundsätzlich weist die Leitung des Kinderheims in Au am Inn die Vorwürfe zurück, in der kommenden Woche soll es eine offizielle Stellungnahme dazu geben.

Es sollen Genehmigungen für die geschlossene Unterbringung der geistig behinderten Kinder gefehlt haben, berichtet der Bayerische Rundfunk.

Das Franziskushaus Au am Inn ist ein Zentrum für die Betreuung und Förderung geistig behinderter Kinder und Jugendlicher. Unter dem Dach des Franziskanerinnen-Klosters befinden sich eine Frühförderstelle des Landkreises Mühldorf. Außerdem ein heilpädagogischer Kindergarten, eine Schule, ein Tagesheim sowie das genannte heilpädagogische Kinderheim „Haus Maria“, in dem derzeit 18 geistig behinderte Kinder und Jugendliche leben, und gegen das nun ermittelt werde.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ein Gedanke zu „Freiheitsberaubung im Kinderheim?

  1. Danke, Haager Stimme.
    Deine Berichterstattung erscheint mir persönlich schon weit weniger aufgeregt als die reißerische und sensationsheischende Aufmachung durch eine gewisse Frau Christiane Hawranek vom B 5 aktuell.

    http://www.br.de/nachrichten/au-franziskushaus-kinderheim-ermittlungen-100.html

    Der Bayerische Rundfunk nimmt mich durch seine fundierte und objektive Berichterstattung täglich für sich ein, aber das, siehe obigen link, ist eher die untere Schublade, Stammtischbedienung halt.

    „Hinter dicken Klostermauern, die selbst im Sommer die Hitze verschlucken, liegt das Kinderheim Haus Maria“, ja wann denn sonst Frau Hawranek, wann denn sonst als im Sommer?!

    Sehr enttäuscht höre ich weiterhin Bayern 2 und lese, chapeau!, die Haager Stimme.

    Antworten