„Aldi, du zerstörst unsere Familien!“

Demo gegen einen „ruinösen Preiskampf auf dem Rücken der Bauern"

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demo 1„Schleuderpreise zerstören Nachhaltigkeit, regionale Erzeugung, Milchviehbetriebe – sie zerstören bäuerliche Familien!“ Mit großen Schildern kamen heute die Landwirte zum Aldi in Westerndorf/St. Peter und demonstrierten. Bei Aldi gibt es das halbe Pfund Butter für 79 Cent, Schweineschnitzel für 5,32 Euro pro Kilo, Markenjoghurt zum Super-Sonderpreis für 29 Cent – der Lebensmitteleinzelhan­del liefere sich im Moment einen ruinösen Preiskampf auf dem Rücken der Bauern …

… sagt der Bayerische Bauernverband.

Jetzt habe die Rabattschlacht eine neue Dimension erreicht: Gerade Aldi heize den Wettbewerb immer weiter an, inzwischen werden von den Discountern auch Markenartikel verramscht. Die Leidtragenden seien die Bauern, dazu kommen Trockenheit und Ernteausfälle – die Situation sei für viele Betriebe bedrohlich.

„In nahezu allen Bereichen haben die Bauern erhebliche Einbußen zu verzeichnen und mit riesigen Problemen zu kämpfen“, sagt Kreisobmann Josef Bodmaier. „So kann und darf es nicht weitergehen! Wenn jetzt nichts gegen diesen Verdrängungswettbewerb unternommen wird, wird unsere Landwirtschaft ans Messer geliefert. Und über kurz oder lang wird auch nur noch ein großer Handelskonzern übrig bleiben, der dann nicht mehr nur bestimmt zu welchem Preis wir einkaufen, sondern auch was wir einkaufen.“

Das wollen die Bauern aus Rosenheim nicht zulassen. Heute am Dienstagvormittag haben sie vor der Aldi-Filiale in Westerndorf/St. Peter deutlich gemacht: „Diese Schleuderpreise zerstören!“.

„Mit Aufklebern und Plakaten wollen wir deutlich machen, dass am Ende wir alle die Verlierer in dieser Rabattschlacht sein werden“, betont Bodmaier „Wer Qualität und Nachhaltigkeit will, darf nicht so mit hochwertigen Lebensmitteln und uns Bauern umgehen.“ Die Landwirte seien es nämlich, die mit ihrer harten Arbeit jeden Tag auf’s Neue dafür sorgen, dass die Versorgung mit sicheren und gesunden Lebensmitteln gewährleistet sei.

Das sei keineswegs so selbstverständlich, wie es uns die vollen Regale in den Supermärkten und die grellbunten Schildchen für die unzähligen Rabattaktion glauben machen wollen: In diesem Jahr liegen die Erträge beim Getreide und beim Raps deutlich unter dem Vorjahr.

Doch noch weit größere Prob­leme gibt es bei den Pflanzen, die seit Wochen der extremen Hitze ausgesetzt sind und viel zu wenig Wasser abbekommen haben: Bei Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben werden wegen der Trockenheit im­mense Schäden erwartet.

In weiten Teilen Bayerns konnten die Bauern zuletzt kein Heu mehr für Ihre Kühe einbringen, in manchen Gebieten rollen schon die Maishäcksler – um noch das zu retten, was zu retten ist. Doch der geerntete Mais liefert nur wenig Energie, das Futter in den bayerischen Ställen wird knapp.

„Der heiße Sommer hat uns Landwirten extrem zugesetzt. Und gleichzeitig sind die Preise, die wir für Milch und Fleisch erhalten, bereits seit einiger Zeit nicht mehr annähernd kostendeckend. Diese Schleuderpreise zerstören unsere Landwirtschaft und alles was davon abhängt. Deshalb gehen wir jetzt auf die Straße“, sagt Bodmaier.

Besonders zu loben seien hier, so der BBV, unsere Molkereien im Landkreis, die mit ihrer Produktvielfalt und ge­schickten Preisverhandlungen versuchen, mit dem LEH die noch etwas höheren Erzeugerpreise so halten zu können.

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