Neues von der Münchener Straße

Gemeinderat entscheidet: Ingenieurbüro soll Kosten für Probebetrieb ermitteln

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Rathaus HaagFür drei verschiedene Varianten für den Probebetriebes in der Münchener Straße in Haag sollen jetzt die Kosten ermittelt werden. Nach einer langen Sitzung und intensiven Diskussionen hat das der Gemeinderat nun beschlossen. „Hitzig war die Diskussion nicht, aber die Gemeinderäte haben sich intensiv Gedanken gemacht und vieles hinterfragt“, so Bürgermeisterin Sissi Schätz gegenüber der Haager Stimme. Konrad Haindl vom Ingenieurbüro Infra in Rosenheim hat bereits die Planung für die erste Umbauvariante der Münchener Straße übernommen und soll nun auch die Kosten für den Probebetrieb drei neuer Varianten prüfen.

Wenn es um den Umbau der Münchener Straße geht, sind die Gemeinderatssitzungen im Haager Rathaus immer gut besucht. Auch so in der jüngsten Sitzung, in der die Gemeinderäte den Bürgerantrag der Aktionsgemeinschaft „Der bessere Weg für Haag“ behandelten. Die AG forderte in ihrem Antrag die Prüfung mehrerer Varianten für den Umbau der Münchener Straße.  Eigentlich hätte die Prüfung des Bürgerantrages bis zu drei Monate dauern können, auf Antrag der CSU mit Unterstützung der Freien Wähler, wurde die Gemeinderatssitzung und damit die Behandlung des Antrages aber vorgezogen. Jetzt stimmten die Gemeinderäte gegen den theoretischen Teil des Bürgerantrages, sprich gegen die Prüfung der drei neuen Strecken-Varianten durch einen neutralen Gutachter oder Verkehrsplaner. Dem Praktischen Teil, die Kosten-Prüfung für den Probebetrieb, stimmte der Gemeinderat aber zu. „Auf der Grundlage der ersten Planungen muss jetzt ermittelt werden, was anders gebaut werden könnte“, so Sissi Schätz. Das Ingenieurbüro Infra in Rosenheim hat diese Planungen übernommen und bereits in einer der nächsten Sitzungen sollen die Ergebnisse vorgestellt werden.

Ein großes Thema in der Gemeinderatssitzung war, wer die verschiedenen Varianten auswerten könnte. „Ein neutraler Gutachter müsste sagen: das oder das funktioniert besser oder schlechter in Haag. Jede Variante hat seine Vor- und Nacheile und keiner wird uns sagen können was die beste Lösung ist“, erklärt die Bürgermeisterin.

Die Aktionsgemeinschaft „Der bessere Weg für Haag“ will gegenüber der Haager Stimme noch in dieser Woche eine Stellungnahme zur Entscheidung des Gemeinderates abgeben.

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3 Gedanken zu „Neues von der Münchener Straße

  1. Bernd Rehbein

    Neugestaltung Münchener Straße

    Zur Gemeinderatssitzung vom 28.07.2015

    Aktionsgemeinschaft „Der bessere Weg für Haag“. Das impliziert zunächst ein Mal, das die seit 2014 in den Gemeinderatssitzungen besprochenen und verabschiedeten Entscheidungen zur Umgestaltung der Münchener Strasse schlichtweg „schlecht“ gewesen wären.
    Das kann mitnichten so sein, da die Gemeinde meiner Meinung nach eine sehr offene und Bürgerfeundliche Kommunikation in Bezug auf die Maßnahmen des Umbaus gepflegt hat.
    Seit 2014 gab es Bürgerversammlungen, Abstimmung der Maßnahmen mit Anliegern, Besichtigungsfahrt zu anderen Gemeinde im Lkr. um sich ein Bild ähnlicher Straßenverhältnisse zu machen.
    Die Bedenken der Bürger ob der Breite der Straße wurden kritisch in Betracht gezogen und somit die Planung auf eine größere Straßen Breite beschlossen und im Dezember 2014 im Sinne der Bürger verabschiedet.
    Auch die Diskussion über separate Fahrradstreifen auf der Fahrbahn sowie breiterer Bürgersteig mit Fahrradnutzung wurde ausgiebig diskutiert und von den Gemeinderäten Fraktionsübergreifend die Planung mit breiteren Gehweg plus Fahrradnutzung verabschiedet. Vor einem LKW herzuradeln, der vielleicht seine nächste Milchlieferung oder andere Fuhre unter Zeitdruck erledigen muss, macht keinen Spaß und fällt sicherlich nicht in die Kategorie „sicher“.
    Die STVO schreibt ja gegenseitige Rücksichtnahme vor . solange bis das erste Kind oder der rüstige Rentner auf dem Rad dem doch zu schnellen PKW oder gestresstem LKW Fahrer im Weg ist. Da ist mir die Variante Gehweg gemischt mit Radweg lieber.
    Da trennt der Bordstein, und die Straßen Breite bremst die Eiligen doch ein, und macht die reine Durchfahrt aus Bequemlichkeit, weil man die Umgehung nicht nutzen will, für die meisten unattraktiv.
    Während der ganzen Zeit sind die Pläne der Münchener Straße jedem zugänglich auf der Marktgemeinde Webseite einsehbar.
    Bei über 3000 Wahlberechtigten, sowie über 6000 Einwohnern in Haag, erscheint mir die Gruppe von 287 Bürgern die sich der Aktionsgemeinschaft verbunden fühlen, doch recht klein.
    Zudem führen die Anträge nur zur , vielleicht gewollten Verzögerung der Erneuerungsmaßnahmen. Vielleicht hat das ja auch mit der Umlage der Straßenbau Maßnahmen auf Anlieger zu tun? Das tut sicher weh, was ich verstehe, hilft den anderen Bürgern aber wenig, wenn diese für eine neue Planung, oder Versuchstrecken, indirekt zahlen müssen.
    Wenn durch Planungsverzögerung oder Änderung, die geplanten Kosten für die Straße in die Höhe gehen, hilft das keinem. Allerdings erhöht sich dann auch die Umlage für die gestiegenen Kosten der Straße. Und Stillstand bedeutet bekanntermaßen Rückschritt. Die Zeiten sollten doch vorbei sein, oder?

    Die von uns gewählten Gemeinderäte haben es verdient, das man Ihren Entscheidungen zum Wohle der Gemeinde vertraut. Bei der nächsten Wahl kann man es ja korrigieren.

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    1. „…Vor einem LKW herzuradeln, der vielleicht seine nächste Milchlieferung oder andere Fuhre unter Zeitdruck erledigen muss, macht keinen Spaß und fällt sicherlich nicht in die Kategorie „sicher“…“

      Das ist genau das Szenario, das bei Verwirklichung der BISHERIGEN Planung passieren wird.
      Warum ?
      Geplant sind für Haag keine kombinierten Geh- und Radwege (Zeichen 240), sondern Gehwege (Zeichen 239) mit Zusatzzeichen „Radfahrer frei“.
      Die StVO sagt dazu:
      Ist durch Zusatzzeichen die Benutzung eines Gehwegs für eine andere Verkehrsart erlaubt, muss diese auf den Fußgängerverkehr Rücksicht nehmen. Der Fußgängerverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Wenn nötig, muss der Fahrverkehr warten; er darf nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren.
      Also kein Wegklingeln langsamer Fußgänger, sondern Absteigen und Schieben.
      Dazu kommt noch, daß die jetzt geplanten Gehwege in mehreren Bereichen für eine Freigabe des Radverkehrs zu schmal sind. Ferner sind auf der Baulänge von 940 m über 30 Ein- und Ausfahrten, z. T. mit schlechten Sichtverhältnissen (z. B. durch Bewuchs im Bereich Rudolf-Diesel-Str.). Einen Plan, aus dem ersichtlich ist, wo auf den Gehsteigen Rad gefahren werden darf und wo nicht, gibt es noch nicht. Durchgehend wird es auf keinen Fall sein.
      Alle Radler, die nicht in Schrittgeschwindigkeit auf dem Gehsteig fahren, bzw. in den engeren
      Bereichen nicht schieben wollen, müssen auf der 6,30 m breiten Straße fahren.
      Genau das von Ihnen angesprochene Szenario.
      Das technische Regelwerk sieht dies genauso wie Sie und bezeichnet Radfahren auf Straßen mit Breiten zwischen 6 und 7 Metern als „problematisch“ (ERA 2010) bzw. „kritisch“ (RAST 2006).
      Mit Schutzstreifen auf der Fahrbahn (>= 7,50 m) fährt der Radler nicht mehr als Prellbock VOR den Kfz, sondern hat einen eigenen Bereich DANEBEN.
      Gleichzeitig wird die Fahrbahn optisch eingeengt, hat auch keinen Mittelstreifen, und sorgt allein dadurch schon für eine Reduzierung der Geschwindigkeit der Autos. Zahlreiche erfolgreiche Umsetzungen bestätigen dies.
      Auch der Gesetzgeber hat mit der aktuellen Novellierung der StVO auf diese positiven Erfahrungen reagiert und will Radverkehr auf Gehwegen nur noch „ausnahmsweise“, wenn eine Verwirklichung von Radfahrstreifen, bzw. Schutzstreifen „nicht möglich“ ist.

      Das Aktionsbündnis kritisiert nicht den Gemeinderat, sondern das Planungsbüro. Den Räten hätten Vor- und Nachteile mehrerer Lösungsvorschläge detailliert vorgelegt werden müssen. Die Berücksichtigung der jüngsten Entwicklungen sollte dabei eigentlich selbstverständlich sein.
      Leider kann ich an dieser Stelle, keine Bilder oder Links anfügen. Lesen Sie nur einmal folgenden Artikel, der die Haager Planungsverhältnisse (ohne Plan und Verantwortlichen für eine Ausweisung der Gehwege) in die Realität umgesetzt exakt beschreibt:
      http://www.hna.de/lokales/rotenburg-bebra/wurden-radfahrer-beim-strassenausbau-vergessen-3784322.html
      Der Unterschied zu Haag ist, daß wir leider keine entsprechende Nachbargemeinde haben, wo wir einen Blick auf eine „ideale Umsetzung“ werfen könnten.
      Bitte besuchen Sie auch eine unserer Informationsveranstaltungen, und machen Sie Sich ein genaueres Bild vom „besseren Weg für Haag“.

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  2. Ich möchte gerne zu den bisherigen Wortmeldungen und zum Planungsprozess Stellung nehmen. Eine Bürgerbeteiligung sieht in meinen Augen anders aus. Die erste Bürgerinformation fand im Rahmen der Bürgerversammlung Oktober 2014 im Bürgersaal statt. Es war nur eine kurze und grobe Vorstellung der Planung, die mit dem Beamer an die Wand geworfen wurde. Es gab keine Diskussion und keine direkte Einsicht. Auf der Internet Seite des Marktes Haag war ein Mini-PDF, das nicht groß gezoomt werden konnte.
    Im November 2014 wurden die Anlieger in den Bürgersaal eingeladen, erst dort konnte der Plan auf Stellwänden eingesehen werden. Auf die durchaus kritischen Wortmeldungen wurde vom Planer nicht konkret eingegangen, zum Beispiel mit es ist halt so, der Gemeinderat hat halt die Straßenbreite so beschlossen usw.
    Hinterher wurde behauptet, es gab an dieser Versammlung keinen Widerspruch, das kann man so nicht stehen lassen. Mögliche Alternativen, Vorteile und Nachteile dieser und anderer möglichen Planungen wurden nicht vorgestellt. Dafür wurde betont, dass der Gemeinderat das eh schon beschlossen hat.
    Zu dieser Zeit hatte der Plan eine Menge von direkten Planungsfehlern, wie zum Beispiel Hochbord-Gehsteige vor Garagen, zu enge Einfahrten und mehr. Diese mussten alle mühsam einzeln behandelt werden, es war nicht zu erkennen, das sich das Planungsbüro vorher mit der Vorortsituation vertraut gemacht hätte. S
    Erst ab diesem Zeitpunkt konnte sich der Bürger fundierte Gedanken über die Planung machen. Das heißt aber nicht, auf die generelle Entscheidung Einfluß nehmen zu können. So ist das Hauptziel der maximalen Verkehrsberuhigung nicht diskutiert worden. Das wäre bei einer ausgewogenen Planung nur ein Aspekt, es gäbe auch andere wichtige Planungskriterien wie Sicherheit und Stauvermeidung, wann die vernüftigste Geschwindigkeitreduzierung erreicht wird, die offen angesprochen werden müssten.
    Fazit: Es gäbe viel zu diskutieren, manches zu verbessern, nur braucht man dafür von Anfang an Offenheit. Der Bürger sollte darüber entscheiden dürfen, welche Variante mit welchen Konsequenzen er für die nächsten 40 Jahre als Hauptachse in Haag haben möchte.

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