EHC startet mit Auftaktniederlage

Playoffs: 2000 Zuschauern drückten „Löwen“ vergeblich die Daumen

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paderhuberSeit dem 4.Januar 2014 hatten die „Löwen“ kein Pflichtspiel mehr verloren, ausgerechnet in der ersten Begegnung mit dem ESC Dorfen in der „Best-of-five“-Serie im Playoff-Viertelfinale änderte sich dies am Freitagabend jedoch. Die Industriestädter machten im Playoff-Derby gegen die „Eispiraten“ zu wenig aus ihren Überzahlgelegenheiten, kassierten immer im ungünstigsten Zeitpunkt Gegentore und unterlagen am Ende gegen einen abgezockt aufspielenden ESC verdient mit 3:5. Die einzigen Treffer für den EHC erzielten Harald Nuss (2) und Andreas Paderhuber (Foto).

Eine der schlimmsten Nachrichten gab es schon vor dem Spiel: Die vielgefeierte Videoleinwand im Eisstadion funktionierte nicht – ob dies das schlechte Omen war? Man weiß es nicht – die Rahmenbedingungen passten nämlich eigentlich. Mit echten Festspielen hatten die Waldkraiburger im Viertelfinale gegen den alten Rivalen gerechnet und die 1764 Zuschauer trugen ihren Teil dazu bei, dass man sich an die guten, alten Eishockeyzeiten in der Industriestadt erinnert fühlte.

Die Werbeaktionen wie die #MissionO in den sozialen Netzwerken, die Flyer- und Plakatverteilung der „Woid Boyz“, die auch im Spiel 60 Minuten wie ein siebter Mann hinter dem Team standen – allesamt hatten ihren Anteil an den knapp 2000 Zuschauern, die den „Löwen“ von der ersten Minute an die Daumen drückten. Nach 45 Sekunden wäre es auch schon fast soweit gewesen, dass das Stadion in seinen Grundfesten erschüttert wird, doch Daniel Hämmerles Alleingang endete am wie immer gut aufgelegten Dorfener Keeper Andreas Tanzer.

Fast im Gegenzug zeigten die Gäste, dass sie mit Lukas Miculka derzeit einen Kontingentspieler in Topform in ihren Reihen haben und es hieß 1:0 für die „Eispiraten“ (01:11). Damit aber nicht genug, denn keine zwei Minuten später legten die Dorfener in Überzahl nach und Florian Brenninger erzielte sein 33. Saisontor im 32 Spiel (03:02). Den Hausherren war in den unmittelbar folgenden vier Minuten die Verunsicherung deutlich anzumerken, dann hatten sie diese jedoch abgelegt und Harald Nuss ließ die Scheibe im Netz des Gästetors zappeln (07:42). Als eine gute Minute später zwei Gäste auf der Strafbank saßen und die „Löwen“ knapp 90 Sekunden zwei Mann mehr auf dem Eis hatten, hofften viele schon auf den Ausgleich, doch bis auf einen Lattenkracher von Max Kaltenhauser sprang nicht viel heraus.

Noch vor der ersten Pause hatten Lukas Wagner (17.Minute), Kaltenhauser (19.) und Martin Führmann (20.) noch weitere gute Gelegenheiten, doch der EHC spielte zu kompliziert, nahm zu oft das Tempo raus und bot den Gäste damit die Chance, sich immer wieder zu sortieren- mit dem knappen Rückstand ging es damit erstmals wieder in die Kabine.

Das zweite Drittel eröffnete Philipp Spindler mit einem ersten guten Torschuss auf den weiterhin starken Dorfener Keeper Tanzer. Wenig später versuchte sich auch Jakub Marek- mit dem gleichen Ergebnis. In der 27.Minute erhielten die „Löwen“ ihr nächstes Powerplay und wieder einmal glaubten die Fans, die Hausherren könnten diesen seltenen Vorteil nutzen- doch wie auch schon im ersten Drittel kam nicht viel dabei raus.

Die Gäste verteidigten gut und standen meist richtig – es wurde immer stärker das erwartet harte Spiel. In Sachen körperlicher Härte dauerte es jedoch bis zur 31.Minute, ehe sich erstmals die Spannungen entluden – vorausgegangen war ein Torschuss von Nico Vogl, der im Anschluss mit Keeper Tanzer zusammenstieß. Beide Teams schenkten sich nichts und kämpften sich  immer mehr in die Partie, in Sachen Dramatik und Spannung blieb die Begegnung nichts schuldig.

In Sachen Defensivarbeit ließ dann jedoch der ein oder andere Offensivakteur des EHC einiges vermissen und Florian Brenninger konnte nach starker Einzelleistung auf 3:1 für den ESC stellen (35:14). Keine zwei Minuten später die Hausherren jedoch erneut im Powerplay und diesmal waren sie endlich erfolgreich: Andreas Paderhuber zog an der blauen Linie ab und verkürzte auf 2:3 (37:59). Keine 60 Sekunden drauf jubelten die Gäste nach einem Schlenzer zwar erneut, doch der souveräne Schiedsrichter Philipp Sintenis gab das Tor wegen hohen Stocks nicht.

Im letzten Drittel wollten die „Löwen“ für die Wende sorgen und kamen hochmotiviert aus der Kabine, auch wenn ihnen bereits in den ersten 40 Minuten diesbezüglich nichts vorzuwerfen gewesen war. Die Gäste agierten aber weiter klug und extrem abgezockt- die Defensive der „Eispiraten“ stand wacker, gleichzeitig setzten sie immer wieder Nadelstiche in der Offensive. Wenn die „Löwen“ dann doch einmal ein Durchkommen fanden, war der extrem sichere Tanzer zur Stelle. Bestes Beispiel in der 45.Minute, als er zum gefühlt ersten Mal einen Schuss nicht festhalten, sondern „nur“ am Tor vorbei lenken konnte.

Sieben Minuten später konnte Tanzer die Scheibe erneut nicht festhalten, doch beim Schuss von Philipp Spindler rettete den ESC der Pfosten, an den der Puck kullerte. Die Gäste machten es dann erneut besser, Alexander Koß behielt im Gewühl vor Vetter die Übersicht und traf zum vierten Mal für die Gäste (53:12).  Harald Nuss konnte mit seinem zweiten Treffer des Spiels zwar nochmals verkürzen (56:32), als in der letzten Minute aber Keeper Patrick Vetter beim EHC vom Eis genommen wurde und ein Angriff der „Löwen“ misslang, musste Christian Mitternacht nur noch ins leere Tor einschieben (59:20).

EHC-Coach Rainer Zerwesz im Anschluss: „Wir waren heute nicht bereit, unser Eishockey zu spielen. Dorfen war bereit, wir nicht- das war das entscheidende. Nach der zweiwöchigen Pause haben wir uns etwas schwer getan, wieder ins Spiel zu finden und wurden dann mit den zwei Toren gleich kalt erwischt. Davon haben wir uns nicht richtig erholt und wurde eigentlich immer nervöser. Aber es ist noch nichts passiert, das war ein Spiel. Wir haben schon besprochen, was wir anders machen wollen und am Sonntag müssen wir anders bereit sein für das Spiel.“

Eishockey-Bayernliga 2014/ 2015, Playoff-Viertelfinale, Spiel 1. EHC Waldkraiburg – ESC Dorfen 3:5 (1:2/ 1:1/ 1:2). Tore: 0:1 01:11 Miculka L. (Birk Ch.), 0:2 03:02 Brenninger F. (Attenberger A., Poetzel Ch. PP1), 1:2 07:42 Nuss H. (Vogl N.), 1:3 35:14 Brenninger F. (Mitternacht Ch., Poetzel Ch.), 2:3 37:59 Paderhuber A. (Marek J., Kaltenhauser M. PP1), 2:4 53:12 Koß A. (Numberger M.), 3:4 56:32 Nuss H. (Sorsak M.), 3:5 59:20 Mitternacht Ch. (ENG). Strafen: EHC Waldkraiburg 8 Strafminuten, ESC Dorfen 12 Strafminuten. Zuschauer: 1764.

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