Verlasse das Eis, wenn es knistert und knackt!

Wenn Kälte-Idylle auf Seen täuscht: Schnee kann dünne Schicht trügerisch machen

image_pdfimage_print

Exif JPEGEine aktuelle Mitteilung zu den Gefahren an und auf winterlichen Gewässern, erreicht unsere Redaktion am heutigen Donnerstagmorgen aus gegebenem Anlass: Jedes Jahr, wenn es kalt wird und die Seen zufrieren, stellt sich die Frage, ab wann die Eisflächen betreten werden können. Der Schnee, der in den letzten Tage gefallen ist, kann eine zu dünne Eisdecke trügerisch sicher erscheinen lassen, heißt es von Seiten der Wasserwacht. Unter der isolierenden Schneeschicht wächst die tragfähige Kerneisschicht nur langsam. Eine Eisdecke gilt für Einzelpersonen als tragfähig, wenn …

Foto: Renate Drax

… das sogenannte Kerneis eine Dicke von mindestens zehn Zentimetern aufweist, für eine Nutzung durch Gruppen ist eine Kerneis-Schicht von 15  bis 20 Zentimetern empfohlen. Es ist zu beachten, dass die Eisdecke im Allgemeinen zur Gewässermitte hin abnimmt und durch verschiedene Einflussfaktoren auch auf kleinen Seen starke Schwankungen aufweisen kann!

Allgemeine Verhaltensregeln

Die Wasserwacht hat die wichtigsten Regeln zum Verhalten am und auf dem Eis in Form eines
Posters zusammengefasst.
• Betrete das Eis erst, wenn es dick genug ist!
• Bedenke unterschiedliche Eisstärken!
• Achte auf Warnhinweise und befolge sie!
• Mache aus Spaß keine Löcher ins Eis!
• Beachte Markierungen auf dem Eis!
• Verlasse das Eis, wenn es knistert und knackt!
• Lege dich bei Einbruchgefahr aufs Eis!
• Rufe bei Gefahr laut um Hilfe!
• Nähere dich einem Eingebrochenen auf bzw. mit einem Gegenstand, um dein Gewicht auf
dem Eis zu verteilen!
• Reiche einem Eingebrochenen niemals die Hand – nimm einen Gegenstand!
Das Poster kann auf der Homepage der Wasserwacht als PDF heruntergeladen werden.

Erste Hilfe bei Geretteten

Aus eiskaltem Wasser gerettete Personen sind meist mittel bis stark unterkühlt! Der Blutkreislauf
ist zentralisiert, d.h. im Körperkern befindet sich warmes Blut, während sich in der Schale und in
den Extremitäten kaltes Blut befindet. Wird der Gerettete zu stark bewegt oder wird ihm Wärme
zugeführt, so führt dies möglicherweise zur Einströmung des kalten Schalenblutes in den
Körperkern mit sofortigem Kreislaufversagen!
Daher: Körper flach lagern, nicht unnötig bewegen, Zustand des Geretteten überwachen und, wenn nicht schon geschehen, den Rettungsdienst alarmieren! Bei einem Aussetzen von Atmung/Puls sind selbstverständlich lebensrettende Sofortmaßnahmen einzuleiten (Herz-Lungen-Wiederbelebung).
DRK Wasserwacht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.