Lehrstunde für die Löwen

3:5-Niederlage beim Meisterschaftsfavoriten Miesbach

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paderhuberWaldkraiburg – Zum möglicherweise gerade richtigen Zeitpunkt musste der EHC Waldkraiburg lernen, dass 20 gute Minuten nicht ausreichen, um ein Eishockeyspiel in der starken Bayernliga zu gewinnen. Am Sonntag Abend unterlagen die Industriestädter beim mit wiedererstarkten Meisterschaftsfavoriten Miesbach mit 3:5, liegen in der Gruppe A der Zwischenrunde weiterhin aber auf Platz eins. Die Tore für den EHC erzielten Andreas Paderhuber (Foto), Lukas Wagner und Daniel Hämmerle.

Nico Bunck und Nikolas Köttstorfer, Torwart und Kapitän der Waldkraiburger Meistermannschaft aus dem Jahr 2008, ließen es sich nicht nehmen und wollten sehen, wie es die Mannen machen, die von vielen als ihre ebenbürtigen Nachfolger gehandelt werden- auch sie waren auf der Tribüne des Miesbacher Eisstadions anzutreffen. Was sie beim Auftritt der „Löwen“ beim TEV aber sahen, war zum Teil nicht ganz titelverdächtig.

Die Miesbacher, die zwei Tage zuvor in Waldkraiburg noch knapp mit 3:4 unterlegen waren, kauften den Industriestädtern von Beginn an den Schneid ab und setzten die ausnahmsweise überraschend löchrig wirkende EHC-Defensive und Keeper Fabian Birk früh unter Druck. Jedoch brauchte der TEV von Trainer „Fredy“ Sterba bis zur vierten Überzahl, ehe das 1:0 bejubelt werden konnte: Markus Kankaanranta zog an der blauen Linie ab und irgendwie bahnte sich die Scheibe den Weg ins Tor (16:58). Ihre dritte Überzahl wussten dann aber auch die Gäste zu nutzen und Andreas Paderhuber tat es Kankaanranta gleich und hielt von der blauen Linie drauf: Der Ausgleich, kurz vor der Pause (19:40). Doch damit noch nicht genug, Kankaanranta versuchte sich nochmals aus der Distanz, die Scheibe wurde von einem EHC-Verteidiger abgefälscht und schlug mit der Pausensirene im Kreuzeck über Keeper Birks Schulter ein (19:59).

Auch im zweiten Drittel blieben die Miesbacher bei ihrer harten und körperbetonten Spielweise. Der EHC kam kaum zur Entfaltung und bei all diesen Problemen kamen auch noch ungewohnt viele Fehlpässe und sonstiges Scheibenpech hinzu- es war ein gebrauchter Tag für die „Löwen“, an dem nicht wirklich viel gelingen wollte und sollte- für das junge Team von Rainer Zerwesz aber sicher nicht das schlechteste. Schließlich lernt man aus Niederlage am meisten. Im zweiten Anlauf traf zunächst Sebastian Lachner zum 3:1 für Miesbach (23:23), nach einer guten halben Stunde gönnte sich die „Löwen“-Verteidigung einen Sekundenschlaf und Miesbach zog prompt mit zwei Mann gegen Keeper Birk. Lachner timte das Abspiel perfekt und Josef Kottmair musste nur mehr einschieben (30:35).

„Die ersten beiden Drittel war Miesbach klar besser und wir überhaupt nicht im Spiel. Miesbach war stärker in den Zweikämpfen, schneller im Kopf und auch verdient 4:1 vorne. Im letzten Drittel haben wir aber nochmals alles versucht und sind auch rangekommen“ bilanzierte EHC-Coach Zerwesz nach der Partie. Womit er Recht hatte: Denn langsam aber sicher besann sich der Vorrundenmeister und belohnte sich schließlich für seine harte Arbeit. Lukas Wagner, der neben Andreas Paderhuber am auffälligsten war und zuvor schon aus aussichtsreichen Positionen gescheiterte war, traf erst zum 2:4 aus Sicht der Gäste (53:48). Wenig später sorgte Daniel Hämmerle dann im Power-Play für erneute Spannung (56:04) und Zuversicht bei den knapp 100 mitgereisten Fans aus Waldkraiburg. „Fredy“ Sterba hatte seine Auszeit bereits nach dem 2:4 genommen und offensichtlich ging das dabei geplante mächtig daneben , als das dritte „Löwen“-Tor fiel- Rainer Zerwesz zog sein Timo-Out exakt eine Minute vor dem Ende, doch wurde auch er vom Pech verfolgt. Alan Reader schaffte nach einem missglückten EHC-Angriff den Break und schob ins leere Tor zum 5:3-Endstand für Miesbach ein.

Eine Niederlage, die aber zu verkraften sein dürfte, denn der Tabellenzweite der Gruppe A aus Höchstadt, der am kommenden Wochenende zwei Mal gegen den EHC antreten wird, unterlag gleichzeitig in Memmingen mit 5:6. Eine erste Vorentscheidung um den Gruppensieg- weil die „Löwen“ am übernächsten Wochenende spielfrei haben- dürfte damit bereits am Freitag in Höchstadt und spätestens am Sonntag im Rückspiel in Waldkraiburg fallen. Besonders das EHC-Heimspiel sollten sich daher nicht nur Nico Bunck und Nikolas Köttstorfer nicht entgehen lassen.

 

Eishockey-Bayernliga 2014/ 2015, Zwischenrunde Gruppe A, 6.Spieltag. TEV Miesbach – EHC Waldkraiburg 5:3 (2:1/ 2:0/ 1:2). Tore: 1:0 16:58 Kankaanranta M. (Kirschbauer St., Reader A. PP1), 1:1 19:40 Paderhuber A. (Kaltenhauser M., Pfeiffer J. PP1), 2:1 19:59 Kankaanranta M. (Reader A.), 3:1 23:23 Lachner S. (Kathan P., Reader A.), 4:1 30:35 Kottmair J. (Lachner S., Reader A.), 4:2 53:48 Wagner L. (Kaltenhauser M., Paderhuber A.), 4:3 56:04 Hämmerle D. (Paderhuber A., Spindler Ph. PP1), 5:3 59:13 Reader A. (Kathan P., Geratsdorfer A. Empty-Net Goal). Strafen: TEV Miesbach 14 Strafminuten + 10 Minuten Disziplinarstrafe (Kottmair J.) + 10 Minuten Disziplinarstrafe (Stiebinger St.), EHC Waldkraiburg 10 Strafminuten + 10 Minuten Disziplinarstrafe (Paderhuber A.). Zuschauer: 517.

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