Erfolgsserie der „Löwen“ geht weiter

26. Sieg im 28. Spiel - Auch Memmingen kann EHC Waldkraiburg nicht stoppen

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max kaltenhauserDer EHC Waldkraiburg lässt sich auf eigenem Eis weiterhin nicht bezwingen und feierte am Sonntag im insgesamt 28. Saisonspiel den 26. Sieg. Zwei Tage nach dem 4:1-Erfolg in Memmingen gewann das Team von Trainer Rainer Zerwesz auch das Rückspiel gegen den „Indians“ mit 4:2 und hat in der Zwischenrunde in vier Spielen erst einen Punkt abgegeben. Die Tore für die „Löwen“ erzielten Mario Sorsak und Harald Nuss, der herausragende Kapitän Max Kaltenhauser schnürte einen Doppelpack.

In der 17.Minute der Partie Waldkraiburg gegen Memmingen sahen die 677 Zuschauer etwas, das in dieser bisher an Erfolgen so reichen Spielzeit sinnbildlich gelten kann. Verteidiger Oleg Tokarev, in der letzten Saison noch oft mit unnötigen und vermeidbaren Fouls aufgefallen, in diesem Jahr aber ein echter Leistungsträger, der klug spielt, stark verteidigt und auch neben dem Eis große Qualitäten hat, wirft sich in Waldkraiburger Unterzahl in den Schuss eines Memminger Angreifers. Tokarev wird schmerzhaft getroffen, kann kaum aufstehen und geschweige denn den Schläger richtig halten- doch er spielt weiter.

Nahezu auf allen Vieren gibt er noch sein Möglichstes- für seine Mannschaft, für seinen Verein, für seine Stadt- ein Bild, das hängen blieb. Der 35-Jährige, der im Sommer 2013 zu den „Löwen“ kam, war am Sonntag wieder mal einer von 19 Spielern in einem großartigen Kollektiv, das wieder einmal groß aufspielte, und trotz kleiner Schwächephase im mittleren Drittel einen starken Gegner aus Memmingen niederrang. Mit taktischer Finesse, großem Einsatz und schier unbändigem Willen- von der herausragenden ersten Reihe, über die aufstrebenden Jungkräfte, bis zum Ersatzkeeper in diesem Spiel- diese Truppe will etwas bewegen und Woche für Woche liefert sie Vorstellungen ab, wie man sie selbst in der Meistersaison 2007/ 2008 nur selten sah und sich daher in den kommenden Wochen nicht entgehen lassen sollte.

Bei Tokarevs selbstlosem Einsatz waren die „Löwen“ bereits mit 1:0 in Führung: Max Kaltenhauser (Foto), ein immer vorangehender und darum „echter“ Kapitän hatte nach starkem Zusammenspiel mit Lukas Wagner Gästekeeper Alexander Reichlmeir früh überwunden (02:22). Ein überragendes Tor- in der Entstehung, wie der Vollendung und allein schon das Eintrittsgeld wert. Jakub Marek eroberte die Scheibe im eigenen Drittel und passte sie auf den linken Flügel zu Wagner. Dieser marschierte unaufhaltsam richtig Memminger Gehäuse, legte quer auf Kaltenhauser und der vollstreckte direkt und eiskalt. Im zweiten Drittel waren ebenfalls noch keine drei Minuten gespielt, da klingelte es erneut im Tor der „Indians“. Auf Zuspiel von Kaltenhauser versuchte sich erst Harald Nuss, den Abpraller bekam Mario Sorksa auf den Schläger, der aus zwei Metern mit aller Entschlossenheit abzog (22:10).

Zwar brachte Memmingens Kanadier Jordan Baker die Gäste kurz drauf auf 1:2 heran und konnte sich nicht nur bei seinen Genen- das Eishockeyspielen liegt dem 26-Jährigen nämlich wahrlich im Blut- sondern auch bei der Passivität der sonst gut stehenden „Löwen“-Abwehr bedanken (24:05). Auch in der Folge erhöhten die Gäste deutlich den Druck- doch im Schlussabschnitt waren es erneut die Industriestädter, die als erste zuschlagen konnten. Wieder gewann Marek die Scheibe, der Tscheche legte ab auf Andreas Paderhuber und der Abwehrboss packte die schönste Finte des Abends aus: Er täuschte einen Schlagschuss an der blauen Linie an, zog aber nicht komplett durch, sondern passte auf den am Pfosten lauernden Kaltenhauser.

Für den war der Rest fast nur noch Formsache und es hieß 3:1 (47:56). In den letzten drei Minuten nahm Memmingens Coach Erwin Halusa dann seinen Keeper vom Eis und Martin Jainz sorgte nochmals fürs Spannung (56:58), Harald Nuss machte den Sack aber zu und schob ins leere Tor zum 4:2-Endstand ein (59:52). Ein abermals starker Auftritt der „Löwen“, die nach der Vorrundenmeisterschaft auch die Gruppe A der Zwischenrunde mit 11 von 12 möglichen Punkten anführen und auf dem bestem Wege sind, mit diesem Kollektiv weitere Kapitel ihrer Erfolgsgeschichte anzuhängen.

Eishockey-Bayernliga 2014/ 2015, Zwischenrunde Gruppe A, 4.Spieltag. EHC Waldkraiburg – ECDC Memmingen 4:2 (1:0/ 1:1/ 2:1). Tore: 1:0 02:22 Kaltenhauser M. (Wagner L., Marek J.), 2:0 22:10 Sorsak M. (Nuss H., Kaltenhauser M.), 2:1 24:05 Baker J. (Rott St.), 3:1 47:56  Kaltenhauser M. (Paderhuber M., Marek J.), 3:2 56:58 Jainz M. (Baker J., Vanek M.), 4:2 59:52 Nuss H. (Empty-Net-Goal). Strafen: EHC Waldkraiburg 14 Strafminuten + 10 Minuten Disziplinarstrafe (Pfeiffer J.), ECDC Memmingen 8 Strafminuten. Zuschauer: 677.

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