B15 neu-Gegner: „Wir bleiben dran!“

Verhaltener Jubel bei Kritikern der Trasse und neue Forderungen

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allmannsauDie Mitteilung der Bayerischen Staatsregierung, dass die Platzhaltertrasse der B15 neu aus dem Bundesverkehrswegeplan (BVWP) zurückgezogen werden soll, verbreitete sich unter den Autobahngegnern wie ein Lauffeuer (wir berichteten). Sollte nach 41 Jahren die Vernunft gesiegt haben? Waren jetzt die Pläne für eine vierspurige Neutrassierung durch das nieder- und oberbayerische Hügelland vom Tisch? Endgültig? „Das war für einige von uns wie das Erwachen aus einem langen Albtraum“, sagt Gisela Floegel, Vorsitzende der Gemeinschaft der Betroffenen und Gegner der Autobahntrasse Regensburg-Rosenheim (B15 neu) e.V.

Aber was genau soll die Aussage in der amtlichen Pressemeldung bedeuten: „Vorrangig planen und vorantreiben wollen wir auch die Fortführung der B15 neu in einer Ost-Südumgehung von Landshut“? Ist das ein insgeheimer Plan, die Autobahn irgendwann doch noch weiterführen zu können? Oder ist das die vom Minister versprochene, ergebnisoffene Planung für Landshut, die von allen Seiten begrüßt würde, so die Initiative.

Die Angst vor der Verkehrslawine

Mit der gestrigen Entscheidung aus dem Bayrischen Verkehrsministerium bleibt bei vielen Anliegern der heutigen B15 die Angst vor der nun kommenden Verkehrslawine. Sie war von den Befürwortern der Autobahn B15 neu immer wieder geschürt worden. „Das ist unbegründet“, ist Gisela Floegel sicher. Denn diese Verkehrslawine basiere auf einer Prognose von täglich 35 000 Fahrzeugen, eine Prognose, die wenigstens den Anschein einer positiven Kosten-Nutzen-Rechnung des geplanten Mammutstraßenprojekts aufzeigen sollte.

Tatsächlich fahren auf dem bisher fertiggestellten Autobahnstück täglich nicht mehr als ca. 7000 Fahrzeuge. Das ist unteres Bundesstraßenniveau und entspricht ziemlich genau dem reinen Durchgangsverkehr auf der B15 und dürfte sich daher auch bei einem Ende der B15 neu an der A92 kaum ändern.

„Wir bleiben dran“

In einer eilig einberufenen Telefonkonferenz der Autobahn B15 neu-Gegner war schnell klar, „dass wir dranbleiben müssen“. Zusammen mit einem Konzept zur Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs ÖPNV) bietet sich jetzt eine große Chance für ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept im bayrischen Osten und für Landshut. Das ist die wichtigste Folge des Ministerbeschlusses zum Aus für die Autobahn, so sehen es jedenfalls die Autobahngegner.

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