Vier Sekunden fehlen zum Dreier

Eishockey: Pech für die Starbulls gestern beim 3:2 gegen Bremerhaven

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Star 1Die Eishockey-Cracks der Starbulls Rosenheim haben gestern erneut gewonnen. Am Ende mit 3:2 nach Verlängerung gegen die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven. Und trotzdem hat der Sieg einen faden Beigeschmack, Starbulls-Trainer Franz Steer wusste nach dem Spiel nicht so recht, ob er glücklich oder enttäuscht sein sollte. Vier Sekunden fehlten den Starbulls zu einem Dreier. Vier Sekunden. Genau bei 59:56 Minuten auf der Spieluhr traf Andrew McPherson ins Rosenheimer Herz zum 2:2. Aber die Starbulls revanchierten sich – sie trafen dann sechs Sekunden vor Schluss …

… ins Bremerhavener Herz, besser gesagt, Tyler McNeely, der einen Schuss von Mario Trabucco abfälschte.

Der Reihe nach: Die Hausherrn machten von Beginn an Druck und hatten früh zwei Überzahlmöglichkeiten, die sie aber ungenutzt ließen. In der achten Spielminute gingen sie dann folgerichtig in Führung. Marinus Kritzenberger schlenzte von der rechten Seite der blauen Linie den Puck hoch aufs Tor. Bremerhaven-Goalie Benjamin Meisner war die Sicht verdeckt, so dass die Scheibe im Fanghandwinkel einschlug.

Die Starbulls spielten weiter gefällig, in der 13. Minute feuerte Somma auf Meisners Tor. Der Puck krachte gegen die Latte und flog zurück auf die Eisfläche. In der 15. Minute scheiterte Manuel Edlfelder an Meisner nach einem schönen Alleingang.

Bremerhaven wurde erst in der 24. des zweiten Drittels richtig gefährlich, als Tim Miller im Powerplay einen Pass etwa einen Meter vor dem leeren Tor stehend über das Rosenheimer Gehäuse abfälschte. Auch in der 34. Minute hatte Bremerhaven eine Großchance, Timo Herden im Tor der Starbulls reagierte aber hervorragend.

Zwei Minuten später scheiterte dann Leopold Tausch an Meisner. Tausch hatte einen Pass direkt in den Lauf bekommen und tauchte allein vor Meisner auf. Der Schuss war aber zu unplatziert und Meisner hatte keine Probleme.

In der 38. Minute hatte Meisner dann seinen großen Auftritt. Er hielt die Scheibe mit seinem Schläger und spielte sie direkt weiter von der Grundlinie an die blaue Linie der Starbulls Rosenheim in die Kelle von Brock Hooton. Der kam aus vollem Lauf auf Herden zu und versenkte den Puck unhaltbar in das Fanghandkreuzeck.

Im dritten Drittel machte Bremerhaven dann ganz viel Druck und hatte in Überzahl diverse Möglichkeiten, Herden hielt mehrfach stark. In Unterzahl setzte aber auch Rosenheim nach. In der 43. Minute scheiterte Tyler McNeely nach einem Rückhandschuss an Meisner, der die Scheibe mit Glück am Tor vorbeilenkte.

In der 46. Minute gingen die Starbulls wieder in Führung. Edfelder hatte einen schönen Pass am rechten Bullykreis bekommen. Er fuhr einen Meter auf Meisner zu, zog per Handgelenkschuss ab und traf. Meisner war zwar mit der Fanghand noch dran, der Puck plumpste aber regelrecht ins Tor.

Bremerhaven wurde daraufhin immer stärker und erhöhte die Schlagzahl. In der 50. Minute ging noch ein gefährlicher Schuss am Rosenheimer Tor vorbei, in der 58. Minute zappelte die Scheibe aber im Netz. 2:2, richtig? Nein, die Schiedsrichter hatten schon zuvor wegen Torraumabseits abgepfiffen.

Eine Minute vor Schluss nahm Gäste-Trainer Michael Stewart seinen Torhüter für einen sechsten Feldspieler raus und Bremerhaven setzte Rosenheim unter Dauerbeschuss. Herden hielt mehrere Male die auf ihn einprasselnden Schüsse.

Die Rosenheimer konnten sich 30 Sekunden vor Schluss befreien und Hofbauer bekam die Scheibe. Er fuhr ins Bremerhavener Drittel und schoss flach aufs leere Tor. Und irgendwie kam noch ein Bremerhavener Schläger dazwischen.

Dies geschah vier Sekunden vor Schluss nicht. Andrew McPherson bekam einen Querpass, den Mario Trabucco um Milimeter nicht erwischte. McPherson zog ab und der Puck rutschte durch Herden, dem die Sicht vollkommen genommen war, ins Tor.

Strafzeiten auf beiden Seiten in der Verlängerung

In der Verlängerung hatten die Fischtown Pinguins das Momentum auf ihrer Seite. Nicht nur wegen des späten Ausgleichs, sondern auch, weil Max Meirandres auf der Strafbank Platz nehmen musste. Herden sah sich Dauerfeuer ausgesetzt, hielt aber immer wieder sensationell.

Dann wendete sich das Blatt. Der Ausgleichstorschütze Andrew McPherson erhielt zwei Minuten und Rosenheim spielte in Überzahl. Meisner machte es Herden gleich und parierte jeden der Rosenheimer Schüsse. Bis sechs Sekunden vor Ende. Tim Kunes legte auf Trabucco, der zog ab, McNeely hielt den Schläger rein und das Spiel war mit dem 3:2 zu Ende.

Franz Steer sagte nach dem Spiel:“So richtig freuen kann ich mich nicht, denn 30 Sekunden vor Schluss müssen wir das Tor machen. Aber da muss noch der Schläger des Verteidigers reinrutschen. Und genau das ist uns dann beim Gegentor nicht passiert, als Mario Trabucco halt eben nicht rankommt.“

Die zwei Punkte waren letztlich dennoch ein versöhnlicher Abschluss eines spannenden, ereignisreichen und sehenswerten Eishockeyspiels.

Die Starbulls haben jetzt 48 Punkte und liegen nur noch einen Zähler hinter Bad Nauheim. Die Roten Teufel stehen derzeit auf Tabellenplatz zehn, der zu den Pre-Playoffs berechtigt, haben aber auch ein Spiel mehr absolviert.

 

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