Da Dieda moand: Mehr Toleranz bitte!

Kommentar zur Diskussion um die Perchten und den Coca-Cola-Truck

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GAL03ShowAch ja, die „staade Zeit“ hat doch ihren Namen längst nicht mehr verdient. Dem Coca-Cola-Truck wurde die Einreise nach Wasserburg verweigert. Den Stadtverantwortlichen ist das zu grell, zu bunt und zu viel Licht. Ahaa! Nun waren die Perchten da, ein Relikt aus heidnischer Zeit. Wilde, schaurige Gesellen, deren Berufung es ist, die bösen Geister der Finsternis und des Winters zu vertreiben. Beim Winter ist es ihnen ja voll geglückt – koa Schnee, koa Kälte, koa gar nix – mit der Finsternis müssen die Perchten noch etwas üben …

Dafür haben sie andere Geister geweckt und eine Diskussion über Brauchtum und Tradition entflammt. Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit werden wir mit Traditionen überhäuft. Vieles davon ist sinn- und stimmungsvoll – genau so viel aber auch nur um unser Konsumverhalten anzufeuern. Traditionell kann heute vieles sein.

Bei den Perchten wird es schon schwieriger, weil selbige eigentlich nur in den Rauhnächten (zwischen Weihnachten und Heilig Drei König) unterwegs sein sollten. So haben sich die Krampusläufe etabliert. Und  die dürfen auch schon Anfang Dezember ab dem ersten Advent aktiv sein.

Da ausschließlich „Schiachperchten“ zum Einsatz kommen,  bei denen das Greißlichsein Pflicht ist und keine „Scheeperchten“ kann man davon ausgehen, dass es eigentlich nur ums Erschrecken und Dratzen geht  Wie ernst scheinbar die Thematik ist, zeigt eine ganz andere Art von Tradition, die sich in Anif bei Salzburg etabliert hat. Dort findet alljährlich ein „Krampus-Angst-Seminar“ statt und zwar für Erwachsene, die sich dort von ihrer Crampuphobie heilen lassen wollen.

In einer Stadt wie Wasserburg mit ihren vielen verschiedenen Nationen und annähernd genauso vielen Variationen, das Weihnachtsfest zu feiern, muss auch Platz für Neues, ebenso wie für alte Traditionen sein. Jede Familie hat doch ihre eigenen Rituale an Weihnachten, die zum Teil schon sehr lange gepflegt werden. Wir müssen uns daran gewöhnen, dass das Fest der Liebe immer knalliger und bunter wird. Das Wichtigste ist doch, dass jeder für sich und in seiner Familie seine Traditionen erhält, die ihm wichtig sind und ihm das Gefühl der Geborgenheit und Freude geben … … moand dazu da Dieda.

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